15 November 2019

Kunstlicht # 237: 164, 2019, Inger Scupin

Der du bist im Himmel, Motherfucker!

Irgendwann in deinem letzten Lebensjahr hörten wir auf, uns zur Begrüßung und zum Abschied die Hand zu geben, und umarmten uns stattdessen.

Ähnlicher, als uns beiden lieb war, bin ich dir immer schon gewesen. Das zu akzeptieren, hat mich Jahrzehnte gekostet.

Jetzt liegt alles offen (oder wenigstens unverschlossen) vor mir und es reut mich, dass die Annäherung von meiner Seite in exorzistischer Absicht erfolgte.

(...)

Erhebend hat‘s nun weitergehen sollen: vom verräterischen Kuss über Dein Wille geschehe zu Was jetzt kommt, geschieht in deinem Namen. Bibelbeflissen, metaphorös. Fuck it!

Keine Widmung (kein Verrat am Körper) also, aber: Manchmal starre ich durchs Fenster in die Nacht hinaus und lasse die Dunkelheit, in der ich dich nicht länger weiß, mir Tränen in die Augen treiben.

10 Oktober 2019

Freeze # 101: Oh, Lala