18 Juli 2009
I Read The News Today, Oh Boy # 5: Die Erkenntnisse und Sinnsprüche des Sigmar Gabriel
"Der Verbraucher ist der Souverän." "Schröder ist Schröder und Steinmeier ist Steinmeier."
"Die SPD insgesamt muss jetzt über den Kampf zum Spiel finden. Dazu müssen sich alle auf den Platz stellen."
"Wahlkampf bedeutet, der Bevölkerung zu sagen: Hierfür sind wir – und das wollen die anderen."
"Ich habe schon konkrete Vorstellungen von meinem Leben."
"Aber es wäre armselig, wenn ich mir kein Leben nach der Politik vorstellen könnte. Was für ein Langweiler müsste ich da sein."
14 Juli 2009
Projektion. Identifizierung. Chaos.
Auslassungen zur Kunst also. Eine eitle Aufgabe. Nichtsnutzig daherflöten, was man mag, für den letzten Hype hält und auf den Plattenteller legt, wenn die Stille all zu drückend wird. Nachdenklichkeiten: Wessen Leib gehört gestreichelt, wessen gepeitscht? Wenn das der Held ist, wer ist dann der Schurke? Des einen Terroristen ist des anderen Freiheitskämpfer hat sich herumgesprochen. Piraten, okay; eine Luxusyacht nach der anderen, und sie downloaden breitband. Aber in einer Welt ausgebauter Kellergeschosse sind Kinderficker die neuen Drogendealer. Warm, feucht, eine Kellerassel kriecht in die Ritze und Vati bohrt sein Geschlechtsteil in den Leib der vorpubertären Tochter. Steigerungsfähig. Vernichtungs- und Einverleibungsphantasien. Pädophiler Kannibalismus. Eine Delikatesse, wenn der kleine Engel noch lebt; ein Festmahl, wenn er noch bei Bewusstsein ist. Hofklatsch. Geheimdienstscheiße. Nichts teilt und herrscht besser als Angst. Dass der Künstler das da in das eingebunden hat, ist eine direkte Attacke auf das andere da. Abgrenzungsorgien. Entsolidarisierung. Treppchen für die Sieger und massenhaft persönliches Pech. Die coolen Parties finden weiterhin woanders statt. Das Anwesende im Abwesenden und das Abwesende im Anwesenden. Sprechen Sie Derrida?
Kopfgeburten. Immer öfter gerät der Besuch von Vernissagen und Ausstellungen zu einem intellektuellen und ästhetischen Spießrutenlauf. Man schwadroniert über verlorene Utopien, fehlgegangene Liebesdinge, Schaffensdrang und Genialität, als hätte man Goethe niemals totprügeln müssen. Dieser Überschuss an Romantizismen, ideologischer Projektion und Gefühligkeit bei gleichzeitigem Mangel an Relevanz muss Thema künstlerischer Arbeit sein. Schließlich geht es hierbei um nicht weniger als Selbstbestimmung und das eigene Überleben. Ein künstlerischer Ausbruch aus den „blinden Zyklen“ braucht laut Klaus Theweleit „eine ausreichend genaue Arbeit mit irgendeinem Aufzeichnungsmedium, das geeignet ist, die Wahrnehmung von sich, wie sie in jeder Kunstarbeit erscheint, so deutlich ‚sich selbst’ gegenüberzustellen, dass sie als dieses ‚Andere’ eingreifend spricht.“(2)
In der Psychoanalyse ist „neben dem Erinnern die Wiederholung in der Übertragung und das Durcharbeiten (...) Hauptmoment des therapeutischen Prozesses.“(3) Im Loop evoziert die Wiederholung einzelner Bewegungseinheiten (ein Ruderschlag, ein Ausweichen) noch das Gefühl der Endlosigkeit, der ständigen Bewegung. Die Wiederholung komplexerer Bewegungszusammenhänge und erst recht narrativer Handlungsstränge hingegen betont die Zwanghaftigkeit des Dargestellten. In der Welt des Erhabenen ist das Komische eine nach wie vor geächtete Form. Zu Recht natürlich, denn die Komik ist ihrem Wesen nach anarchisch, während das Erhabene selbst in seinem kritischen Ausdruck, dem Weltschmerz, die Sinnhaftigkeit des Bestehenden bejaht. Wer den Idioten spielt, der hat ihn an den Eiern und ist nicht mehr unbedingt dazu verurteilt, selber einer zu bleiben, verweigert vielleicht sogar dem herrschenden Gejammer die Gefolgschaft und zielt auf Veränderung.
Breit und breiter. Die kleinsten Nischen. Die letzten Ressourcen. Wie begegnet man einer phlegmatischen, in medialer Völlerei erstarrten Öffentlichkeit? Demokratie? Heißt das nicht auch einmal am Promibüffet naschen zu dürfen? Wir bitten um Einlass in die große Welt, kauern höfisch devot vor unseren Gönnern, können aber auch dufte Kumpel sein. „And here I sit so patiently / waiting to find out what price / you have to pay to get out of / going through all these things twice.“(4) Grassierende Armut an Ideen und Geld. Wehleidigkeit. Ordnung. Zwang. Verkörperungen. Verblendungen. Rituale. Exorzismus. Kadaver. Aber auch Unschärfe. Und am Ende Chaos, hoffentlich.(1) Diedrich Diederichsen: The Kids are not alright, Vol. IV - Oder doch? Identität, Nation, Differenz, Gefühle, Kritik und der ganze andere Scheiß. In: Freiheit macht arm. Das Leben nach Rock’n’Roll 1990-93. Köln 1993. S. 268.
(2) Klaus Theweleit: Buch der Könige. Band 1: Orpheus und Eurydike. 2. überarbeitete Auflage. Basel / Frankfurt am Main 1991. S. 237-238.
(3) Jean Laplanche / Jean-Bertrand Pontalis: Das Vokabular der Psychoanalyse. (Vocabulaire de la psychanalyse). Deutsch von Emma Moersch. Frankfurt am Main 1998. S. 628.
(4) Bob Dylan: (Stuck Inside of Mobile with the) Memphis Blues Again. Auf: Blonde on Blonde. CBS 1966.
13 Juli 2009
09 Juli 2009
The Truth Needs To Be Told # 63: Zum Niedergang der Universität Hamburg
"Die Hamburger Hochschulpolitik ist überregional in die Schlagzeilen geraten. Zur Zeit liegt der Focus der Kritik auf der nun scheidenden Uni-Präsidentin Auweter-Kurtz. Sie sei eine Fehlbesetzung gewesen. Doch durch wen wurde sie überhaupt eingesetzt? Durch einen externen Hochschulrat. Und nur diesem war sie verpflichtet. Die Hochschulreformen haben die demokratische Wahl des Präsidiums durch das Diktat des externen Hochschulrates ersetzt, der nicht einmal mehrheitlich von Universitätsangehörigen besetzt ist. 'Gefunden' wurde Auweter-Kurtz schließlich von einem Headhunter. All diese Vorgänge entsprechen nicht den Erfordernissen des akademischen Lebens und sind entlehnt aus der sog. freien Wirtschaft. (...) Die Hochschulreformen, die auch in Hamburg wesentlich nach den Vorschlägen der Bertelsmann-Stiftung und anderer einflussreicher Berater gestaltet wurden, entsprechen nicht den vielfältigen, aber konkreten Interessen der Forschung und Lehre. Sie entsprechen den einseitigen Interessen der industrienahen Berater. (...) Wie weit die Einflussnahme der Wirtschaft in den Hochschulbetrieb geht, sieht man an der Dominanz von Managern, die in den neuen Hochschulräten sitzen. (...) Ein gigantischer Apparat aus Kontrolle und Leistungsmessung wurde in die alltägliche Arbeit der Unis eingelassen. Er hat zur Folge, dass die Außendarstellung optimiert wird, ganz, als hätte die Universität Aktionäre, die es zu überzeugen gälte. (...) Die aktuelle Misswirtschaft ist so gravierend, dass manche argwöhnen, die Reformen dienten nur dazu, die öffentlichen Hochschulen endgültig zu ruinieren. Dann wäre zumindest verständlich, warum private Bildungsunternehmen wie Bertelsmann so viel Einfluss bei der Konzeption nahmen: Sind die öffentlichen Einrichtungen schlecht, entsteht ein expandierender Markt für private Unis. (...) Was darüber hinaus vernichtet wird, ist die Universität als Ort der gesellschaftlichen Reflexion und Kritik, die frei wäre in diesem Sinne, nämlich autonom im Sinne des Grundgesetzes. Die Reformhochschule von heute ist eine sinnfreie, gesellschaftlicher Aufgaben entbundene Uni-AG."Vollständiger Artikel: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30669/1.html
06 Juli 2009
04 Juli 2009
02 Juli 2009
30 Juni 2009
29 Juni 2009
The Public Image # 70: Das Monster wankt zu neuen Ufern. Ändert sich was?
"Die vor der Abwahl stehende amtierende Präsidentin Monika Auweter-Kurtz hatte sich am Freitag krankgemeldet und ist aus Hamburg abgereist." (Welt Online)27 Juni 2009
26 Juni 2009
24 Juni 2009
23 Juni 2009
21 Juni 2009
18 Juni 2009
14 Juni 2009
09 Juni 2009
04 Juni 2009
01 Juni 2009
30 Mai 2009
29 Mai 2009
The Public Image # 69: Grüne gegen Demokratie und für Auweter-Kurtz-Absolutismus
"Autoritär geführte Einrichtung"Professoren wollen Uni-Präsidentin stürzen
"Eine Gruppe von Hochschullehrern der Universität Hamburg sammelt Unterschriften für die Abwahl der Unipräsidentin Monika Auweter-Kurtz. Mit der Aktion spitzt sich die Krise an der Spitze der Universität weiter zu.
Wie das 'Hamburger Abendblatt' berichtet, ist in dem Schreiben von 'gravierenden Missständen an dieser Universität' die Rede sein. Die Hochschule soll sich unter ihrer Leitung zu einer 'autoritär geführten Einrichtung' entwickelt haben. Der Aufruf zum Sturz richtet sich an den Hochschulrat. Das zur Hälfte mit externen Mitgliedern besetzte Gremium ist für die Ernennung und Absetzung der Hochschulleitung zuständig.
Mit der Unterschriftenaktion spitzt sich die Krise an der Spitze der Universität weiter zu. Bereits Anfang Mai wählte die geisteswissenschaftliche Fakultät den Theologen Hans-Martin Gutmann zum neuen Dekan. Doch Auweter-Kurtz weigerte sich Gutmann als neuen Dekan anzuerkennen. Er steht dem Präsidium kritisch gegenüber. Daraufhin verließen vier von zehn Professoren des Fachbereichs und drei ihrer Stellvertreter den Akademischen Senat. In den Streit haben sich nun auch drei ehemalige Vizepräsidenten der Uni eingeschaltet. Sie kritisieren ebenfalls Auweter-Kurtz' Führungsstil. (...)" Financial Times Deutschland
GAL kappt Uni-Demokratie
"Grüne tragen Gesetz mit, das Uni-Chefin Auweter-Kurtz die alleinige Auswahl der Dekane ermöglicht. Aus Frust fliehen Professoren aus dem Akademischen Senat.
Als die taz-nord vor zwei Wochen über die geplante Verschärfung des Hochschulgesetzes berichtete, die der Uni-Präsidentin dass alleinige Auswahlrecht der Dekane zubilligt, wusste die GAL noch nichts von dem Paragrafen. Inzwischen ist ihre Hochschulsprecherin Eva Gümbel im Bilde. Doch anders als von Kritikern erwartet, sagte sie, 'Ja, wir tragen es mit, dass die Klausel in Paragraf 90 gestrichen wird'.
Es geht um eine Klausel aus dem Jahr 2003, die den Unis in einem ansonsten streng hierarchisierten Gesetz gestattet, selbst zu regeln, dass Dekane von der Basis gewählt werden. Die von Externen ausgewählte Unipräsidentin muss diese Dekane dann nur noch 'bestätigen'.
Die Fakultät für Geisteswissenschaften hat sich zum Beispiel gerade für den Theologen Hans-Martin Gutmann entschieden, der in seiner Bewerbung auch Kritisches zur Lage an der Uni anmerkte. Hier schwelt ein Konflikt, weil Uni-Chefin Monika Auweter-Kurtz ihre Zustimmung verweigert. Nun soll im neuen 'Wissenschaftsförderungsgesetz' diese Klausel wegfallen. Im Ergebnis hätte ein Präsidiums-kritischer Dekan keine Chance mehr.
'Es gibt eine Patt-Situation', sagt Gümbel. Die würde es aber unter der alten ebenso wie unter der neuen Regelung gegeben. 'Per Gesetz kann man so etwas nicht regeln', sagt Gümbel. 'Es geht um den demokratischen Geist, der gelebt werden muss.'
Das sieht die SPD-Politikerin Dorothee Stapelfeldt anders: 'Hochschuldemokratie braucht verlässliche Rechtsnormen, um gelebt zu werden.' Sie erinnert daran, dass es vor dem Hochschulmodernisierungsgesetz von Schwarz-Schill aus dem Jahr 2003 'ganz normal' war, dass die Basis ihre Dekane wählte, ohne Einmischung von oben. Stapelfeldt: 'Schon dieses Gesetz hat ganz deutliche Folgen für die Wissenschaftskultur und die Motivation der Hochschulangehörigen.' Auch die Linken-Politikerin Dora Heyenn hält das Gesetz aus 2003 für 'dringend reformbedürftig'. Nur anders als von CDU und GAL geplant. 'Hier wird die autoritäre Geschäftsführer-Universität forciert.'
Ein Schlaglicht auf die Stimmung wirft der am Mittwoch erklärte Rücktritt der Professorengruppe 'Eule der Minerva' aus dem Akademischen Senat. 'Wir haben ein Präsidium, das jede Mitwirkung nur als Einmischung in ihre Geschäftsbereiche versteht', sagt Politikprofessor Michael Greven. 'Das Klima an der Uni ist so, dass sich kaum noch Mitarbeiter engagieren.' Als Ursache nennt der Politologe kumulierende Faktoren. 'Es liegt sowohl am Gesetz als auch am Kommunikationsstil der Präsidentin.' (...)" taz.de
26 Mai 2009
Die Verachtung
Nach der Schlacht. Zerstörung. Rauch. Wer hat gewonnen? Vorsichtig kriechen die Überlebenden aus ihren Verstecken, versammeln sich auf den Straßen, gehen umher, unsicher.Jahre später scheinen die Wunder verheilt. Ich bewundere die Skyline. Mächtige Bauwerke verheißen Arroganz und Größenwahn. Ich beobachte den Himmel und lausche den Signalen. Was, wenn sie recht haben? Was, wenn ich mich täusche? Aber es beginnt wie erwartet. Der Puritaner in mir kriecht unter seinen Stein zurück. Ich gebe mich dem weichen Säuseln hin und lass die Säfte tanzen. Der Kaffee schmeckt bitter. Bei Sonnenaufgang geht es hinaus. Aber Angst habe ich keine mehr. Ich erhebe meine Stimme und kümmere mich nicht um Wohlklang. Sie hatten ihre Chance und sie haben es vermasselt. All die Möglichkeiten lassen mir den Atem stocken. Der Rhythmus folgt dem Herzen und das ist keine verdammte Metapher. Der Tod der Sprache ist ein Segen. Vati tanzt im Keller mit der Nachbarstochter und die Nachbarstochter quietscht und quietscht und quietscht. Wir sind gar nichts. Ohne Liebe. Unsere Fersen im Staub, dein Lächeln in der Mittagshitze und die Grillen zirpen um die Wette. Dieses Land ist furchtbar alt. Der Ekel kommt in Schüben und du, du bist mir fast egal. Tränenmüde heulen die Sirenen und verkünden den Terror der Trottel. Ein ferngesteuerter Adrenalinschub und ich liege tief im Dreck und auf der Lauer. Die aus dem Nebel kommen näher. Es sind viel zu viele für mich allein. Ein Schuss fällt. Endverbraucherromantik. Verwaltungsdreck. Die Hand, die nimmt. Keine Rose ist keine Rose ist keine Rose. Ich will zu meiner Mama.
Jahre später rufe ich den verkohlten Gebäuden mein Kommen entgegen. Diesmal sind wir gewappnet. Sie rennen wie die Hasen. Ihre Körper zieren die Laternenmasten. Ein Wimmern weht durch die Straßen. Sie sagen immer, die Hoffnung stirbt zuletzt. Du schmeckst nach Früchten, Liebste. Diesmal verlasse ich die Stadt, ohne verschleppt zu werden. Ich kühl die Hitze hinter Klostermauern und schweife nur noch in Gedanken aus. Oh, du eiserne Disziplin! Ich bewundere deine Halbwüchsigkeit. Singe Schmerz, Ambivalenz, und flüstere mein Begehren. Wenn es ein Ende gibt, dann will ich Rauch sein. Die Zeit wird meine Grausamkeit begraben.
25 Mai 2009
23 Mai 2009
22 Mai 2009
21 Mai 2009
Notizen zum Ende des Kapitalismus # 9: Börsenastrologie
"Die Konjunktion des laufenden Uranus mit dem MC des Börsenhoroskops ist sicher eine sehr signifikante Transit-Konstellation, zumal sie nur alle 84 Jahre auftritt. Lässt aber diese Transit-Konstellation alleine schon den Schluss zu, dass die Börse crasht? In der Zyklenlehre ist der sogenannte Kondratieff-Zyklus mit 57 Jahren bzw. 59 Jahren bekannt (...). Nach diesem Zyklus wäre und war auch für viele Astrologen Mitte der 80er Jahre eine Prognose möglich,dass 1929+57/59=1986/88 eine Wirtschaftskrise bevorstünde wie in Meridian 6/86 Manfred M. Herm auch schrieb oder Helmut Kannenberg in seinem äusserst interessanten Artikel 'Wirtschaftsgeschehen im Spiegelbild der Deklination von Jupiter // Saturn' auch prognostizierte (...). Kannenberg führte den Kondratieff- Zyklus auf die jeweils dritte Opposition von Jupiter und Saturn zurück, bei welcher einer von beiden maximale südliche Deklination und der andere maximale nördliche Deklination hat, was ungefähr alle 60 Jahre auftritt. (...) In unserem Fall also würden zwei ausgesprochene Übeltäter - nämlich Hades und Admetos wie sie auch gemeinhin in der Hamburger Schule interpretiert werden - am Aszendeten des Börsenschluss-Horoskops stehen mit allen ihnen zugeordneten Qualitäten wie bei Hades: Armut, Verlust, Mangel, Ungemach, Beeinträchtigung, Trauer, Sorgen, Not, etc. und bei Admetos wie Tiefe, Einschränkung, Beschädigung, Ende, Tod. Nimmt man den altbekannten Uranus mit hinzu, so ergibt sich die Interpretation von Plötzlich, Unerwartet, Umsturz, Revolution, was in seiner Gänze, d.h. wenn man alle drei Planetenqualitäten zusammenfassend interpretiert, genau das ergibt, was sich damals an jenem schwarzen Freitag an der New Yorker Börse abgespielt hat. (...) Beim Deutschen Aktienindex, dem sogenannten DAX, finden wir immerhin den Glückspunkt in Konjunktion mit diesem 'wirtschaftssensitiven' Punkt des New Yorker Horoskops. Wenn man sich vergegenwärtigt, dass in der Antike es fünf Hauptfaktoren gab - nämlich AC, MC, So, Mo und Glückspunkt, so ist diese Betonung doch immerhin auffallend, zumal auch Sonne und Neptun Quadraturen auf diesen Punkt haben."
http://www.bunkahle.com/Astrologie/Boersenastrologie.html"I think I speak for everyone when I say 'huh?'" (Buffy Summers, Vampire Slayer)
18 Mai 2009
17 Mai 2009
16 Mai 2009
Literaturkanon # 94: Histoire d’O, 1954, Pauline Réage
"Von Mitternacht bis zum ersten Morgenlicht, das gegen fünf Uhr den Himmel im Osten bleichte, während das Licht des im Westen untergehenden Mondes schwächer wurde, umkreiste man sie immer wieder, immer wieder öffnete man ihre Knie, hob die Kette hoch, brachte einen dieser zweiarmigen provenzalischen Leuchter herbei - und sie spürte, wie die Kerzenflamme ihr die Innenseite der Schenkel wärmte - um zu sehen, wie die Kette an ihr befestigt war; ein betrunkener Amerikaner faßte sogar lachend an das Ende, doch als ihm klar wurde, daß seine Hand das Fleisch gepackt hielt und das Eisen, das dieses Fleisch durchdrang, wurde er plötzlich nüchtern und O sah in seinem Gesicht den gleichen Abscheu und die gleiche Verachtung, die sie bereits im Gesicht des jungen Mädchens im Kosmetiksalons gesehen hatte; er verschwand; ein sehr junges Mädchen mit nackten Schultern und einem winzigen Perlenhalsband, in einem weißen Debütantinnenkleid mit zwei Teerosen an der Taille, kleinen Goldsandalen an den Füßen, wurde von einem jungen Mann aufgefordert, sich dicht neben O an ihre rechte Seite zu setzen, dann nahm er ihre Hand, zwang sie, Os Brüste zu streicheln, die unter der leichten kühlen Hand erbebten, Os Schoß zu berühren und den Ring und das Loch, durch das der Ring geschoben war; die Kleine gehorchte schweigend und als der junge Mann ihr sagte, er werde mit ihr das gleiche machen, schreckte sie nicht zurück. Doch selbst diejenigen, die so über O verfügten, die sie wie ein Vorführmodell behandelten oder wie ein Demonstrationsobjekt, richteten nicht ein einziges Mal das Wort an sie. War sie denn eine Steinfigur, eine Wachspuppe, ein Geschöpf aus einer anderen Welt und glaubte man, daß es keinen Sinn hätte, sie anzureden oder wagten sie es einfach nicht? Erst als der helle Tag gekommen war und alle Tänzer weg waren, weckten Sir Stephen und der Kommandeur die kleine Natalie, die zu Os Füßen schlief, ließen O aufstehen, führten sie in die Mitte des Hofes, nahmen ihr Kette und Maske ab, legten sie auf einen Tisch und nahmen sie."Pauline Réage: Geschichte der O. Deutsch von Simon Saint Honoré. München/Berlin 1970. S. 255-256.
15 Mai 2009
13 Mai 2009
12 Mai 2009
11 Mai 2009
07 Mai 2009
05 Mai 2009
02 Mai 2009
Essential Films # 128: Paradise Lost - The Child Murders At Robin Hood Hills, 1995, Joe Berlinger / Bruce Sinofsky
29 April 2009
26 April 2009
Der Ausflug
Sie zu begehren schmerzt. Sie ziert sich, kratzt und beißt mit Worten. Oh, ihre Muschi wird scharfe Kanten haben und reizt mich bis aufs Blut. Könnt ich dann immer in ihr bleiben, ich wär auf ewig hart, da bin ich sicher.
Lederzarte Wärme lässt die Scheiben schwitzen, und im Dampfe ihrer spröden Stimme saug ich die Feuchtigkeit vom Staub.
Als wir zu den Anderen stoßen, ist das Lager aufgeschlagen, gefühlig versammelt um das Feuer. Wir trinken Bier und rauchen Haschisch. Gesänge, Knacken, letzte Szenen, wer bei wem lässt uns außen vor, und so sind wir die Letzten vor der glühenden Asche und wuchten uns so manches Geheimnis zu. Die wilde Strähne fällt und schlanke Finger ertasten entschlossen die Erektion. Ein schneller Kuss mit spitzer Zunge, dann schlüpft sie in das Zelt zur Freundin und lässt mich mit der Nacht allein. Eine Käuzchen ruft, und dem Geraschel folgt eines Mäuschens Todesschrei. Ich seufze, schnalze, fluche leise und schau der Glut beim Schwinden zu.
































































































