18 April 2017

Three Cool Cats


Noch sind wir da, wenn auch vom Alltag geschunden und von Söldnern umringt. Die Wünsche möchten artikuliert werden. Wer das im Hinterkopf behält, sieht einiges klarer.

Jeden Tag bunkere ich Schuld durch Nicht- oder Falschtun. Dazu muss ich mir ein „Richtig“ imaginieren, das gerade so diffus definiert ist, dass es immer das Gegenteil von dem bleiben kann, was ich gerade mache. Kafka, ich kann dich trampeln hören!

Gekrochen kamst du später, hättest gern genippt an der Gleichgültigkeit, die du nicht einmal als gespielt erkanntest. Lausig warst du in all deinem Tun. Hoffentlich starbst du von Askese zerfressen.

Police on My Back # 15: Spuckschutzhauben

Essential Films # 272: The Neon Demon, 2016, Nicolas Winding Refn

 

26 März 2017

Aufwendungen pfeifen


Hudannit. Wer war’s und wen juckt’s? Am Ende wird gebeichtet und zurückgetreten ins imaginierte Glied. Es war ein Unfall, Herr Kommissar, der Tod nur ein Versehen. Aber abgeführt werden muss oder gestorben von fremder, manchmal auch eigener Hand. Das Schuldgefühl hat sich als Gleit- und Bindemittel historisch bewährt und verlangt nach Sühne wie das Ausstellen von Reue nach Autorität. Die Pflicht zum Habenwollen ist nun einmal keine Erlaubnis zum Habendürfen und schließlich der Witz an der ganzen Sache.

No rest for the wicked. Der Kapitalismus verschleudert seine Ressourcen. Erschöpfung macht sich breit. Alle gehen hustend und geduckt, die Ernüchterung im Blick. Die Viren haben leichtes Spiel.

Filmlogik: Die Wahrheit muss der Bevölkerung stets verschwiegen werden, da sie „eine Panik“ auslösen würde.

Die faschistische Eruption verhält sich zur alltäglichen Verzweiflung wie das sprichwörtliche Ende mit Schrecken zum Schrecken ohne Ende. Von der Monotonie muss erzählt werden, dem Ertragen des Immergleichen im Angesicht der Hoffnungslosigkeit (mit der Furcht vor Veränderung im Nacken).

Ich lasse mich treiben. Ich spieße mich auf. Aus Schmerzen sollen Lüste werden.

Home Movies # 50: Une femme est une femme, 1961, Jean-Luc Godard

Damsels in Distress # 35: Vermeintliche Unschuld unter geilem Sektiererblick

Food Fetish # 64: Müsli

Übertragung und Gegenübertragung # 125: Versagung

Animal Life # 108: Marienkäfer

Kunstlicht # 222: Waiting Room, 2015, Amy Crehore

Childhoods End # 128: His Mother's Eyes

Moments in Comics # 223: World's Finest # 204, 1971, Neal Adams (Cover)

Things to Want # 68: Authentic Black Eye

24 Februar 2017

Die Beschwörung der Toten


Die Körper zucken, tot, doch geil.
Die Stimmen schwellen an zum Chor
und repetitiv sapscht das Geraune
noch an das letzte Ohr.

Sie kriechen schmatzend aus den Gräbern,
formen Rotten, bilden Herden.
Die stets für sich allein Verfaulten
wollen jetzt Teil des Ganzen werden.

Es stinken immer die Anderen,
man huldigt dem Vergessen,
spürt jetzt auf, was noch lebendig ist,
um sich daran satt zu fressen.

Meanwhile at the Frontier # 68: Sergio Leones Gesichterlandschaften

C'era una volta il west, 1968, Sergio Leone